Website gehackt? Warum regelmäßige Updates für WordPress und Joomla so wichtig sind
Eine gehackte Website ist nicht nur ein Problem großer Unternehmen. Auch kleine Firmenwebsites, Vereinsseiten und Websites von Selbstständigen werden täglich angegriffen. Besonders häufig nutzen Angreifer bekannte Sicherheitslücken in veralteten WordPress-Plugins, Joomla-Erweiterungen oder anderen Komponenten einer Website aus.
In den vergangenen Wochen haben wir mehrere WordPress-Websites wiederhergestellt, die durch veraltete Plugins kompromittiert wurden. Die Fälle zeigen sehr deutlich, wie schnell aus einem versäumten Update ein ernsthaftes Sicherheitsproblem entstehen kann.
Dabei werden kleine Websites häufig nicht einmal gezielt angegriffen. Automatisierte Systeme durchsuchen das Internet permanent nach Websites mit bekannten Schwachstellen. Wird eine solche Sicherheitslücke gefunden, kann der Angriff ebenfalls automatisiert erfolgen.
Viele Angriffe auf WordPress- und Joomla-Websites laufen automatisiert ab und nutzen bekannte Sicherheitslücken in veralteten Plugins oder Erweiterungen aus. Regelmäßige Updates, sichere Zugänge und externe Backups reduzieren das Risiko erheblich. Wurde eine Website bereits gehackt, reicht ein Update allein meist nicht mehr aus – die Ursache muss gefunden und die Website vollständig überprüft werden.
Kurz erklärt: Was ist eine kompromittierte Website?
Eine Website gilt als kompromittiert, wenn sich ein Angreifer unbefugt Zugriff auf das System verschafft hat.
Bei WordPress und Joomla können dafür beispielsweise Sicherheitslücken in Plugins, Erweiterungen, Templates oder dem eigentlichen Content-Management-System ausgenutzt werden.
Ein erfolgreicher Angriff ist dabei nicht immer sofort sichtbar. Eine Website kann nach außen vollkommen normal funktionieren, obwohl im Hintergrund bereits Dateien verändert, Benutzerkonten angelegt oder Schadcode eingeschleust wurde.
Warum sind veraltete Plugins und Erweiterungen ein Sicherheitsrisiko?
Plugins und Erweiterungen gehören zu modernen Websites einfach dazu. Sie stellen beispielsweise Kontaktformulare, Slider, Bildergalerien, Shops, Newsletter oder zahlreiche andere Funktionen bereit.
Wird in einer solchen Erweiterung eine Sicherheitslücke entdeckt, veröffentlicht der Hersteller normalerweise ein Update, mit dem die Schwachstelle geschlossen wird.
Problematisch wird es, wenn dieses Update nicht installiert wird.
Sobald eine Sicherheitslücke öffentlich bekannt ist, können auch Angreifer nachvollziehen, welche Versionen betroffen sind. Automatisierte Programme suchen anschließend gezielt nach Websites, auf denen noch eine verwundbare Version eingesetzt wird.
Deshalb bedeutet eine kleine oder wenig besuchte Website nicht automatisch ein geringeres Risiko.
Woran erkennt man eine gehackte Website?
Eine gehackte WordPress- oder Joomla-Website ist nicht immer offensichtlich zu erkennen. Manche Angreifer versuchen sogar bewusst, möglichst lange unentdeckt zu bleiben.
Plötzlich existieren Administrator- oder Benutzerkonten, die niemand angelegt hat.
Besucher werden ohne erkennbaren Grund auf andere oder unseriöse Websites umgeleitet.
Google, der Browser oder der Hosting-Anbieter warnt vor schädlichen oder verdächtigen Inhalten.
Dateien wurden verändert oder neu angelegt, ohne dass dies nachvollziehbar ist.
Auf der Website erscheinen unerwünschte Links, Werbung oder Inhalte, die dort nicht hingehören.
Plötzlich treten viele Login-Versuche, Performance-Probleme oder unbekannter Mailversand auf.
Was kann passieren, wenn eine Website gehackt wurde?
Die möglichen Folgen hängen davon ab, welche Sicherheitslücke ausgenutzt wurde und welchen Zugriff der Angreifer dadurch erhalten hat.
Schadsoftware auf der Website
Angreifer können fremden oder schädlichen Programmcode auf dem Webserver hinterlegen. Dieser kann beispielsweise weitere Dateien nachladen oder einen dauerhaften Zugang zur Website ermöglichen.
Manipulierte Inhalte und Weiterleitungen
Besucher können unbemerkt auf fremde Websites weitergeleitet werden. Ebenso können Spam, Werbung oder Links eingebaut werden, die für den eigentlichen Betreiber teilweise gar nicht sichtbar sind.
Probleme mit Google und anderen Suchmaschinen
Werden manipulierte Seiten, Spam oder schädliche Inhalte erkannt, kann sich dies negativ auf die Sichtbarkeit der Website auswirken. Im schlimmsten Fall können Suchmaschinen vor dem Besuch einer betroffenen Website warnen.
Missbrauch von Daten und Ressourcen
Je nach Art des Angriffs können Daten ausgelesen oder die Ressourcen des Webservers für andere Zwecke missbraucht werden.
Sperrung durch den Hosting-Anbieter
Geht von einer kompromittierten Website eine Gefahr für andere Systeme aus oder wird darüber beispielsweise Spam verschickt, kann der Hosting-Anbieter die Website vorübergehend deaktivieren.
Vertrauensverlust bei Kunden
Browserwarnungen, Weiterleitungen auf dubiose Seiten oder offensichtlich manipulierte Inhalte hinterlassen bei Besuchern keinen guten Eindruck – insbesondere dann, wenn über die Website Kundenanfragen oder andere Daten verarbeitet werden.
Reicht ein Update nach einem erfolgreichen Angriff noch aus?
Nein. Wurde eine WordPress- oder Joomla-Website bereits erfolgreich angegriffen, reicht das Aktualisieren des betroffenen Plugins oder der Erweiterung in der Regel nicht mehr aus.
Das Update schließt zwar die ursprüngliche Sicherheitslücke. Es entfernt aber nicht automatisch Veränderungen, die ein Angreifer vorher bereits vorgenommen hat.
Beispielsweise können zusätzliche Benutzerkonten, manipulierte Dateien oder versteckte Zugänge angelegt worden sein. Deshalb muss eine bereits kompromittierte Website untersucht und bereinigt werden.
Wie wird eine gehackte WordPress- oder Joomla-Website wiederhergestellt?
Die genaue Vorgehensweise hängt vom jeweiligen Angriff ab. Eine professionelle Bereinigung besteht deshalb nicht einfach daraus, ein Security-Plugin zu installieren und auf „Scannen“ zu klicken.
Zunächst wird geprüft, ob und in welchem Umfang die Website kompromittiert wurde. Dazu gehören unter anderem Dateien, Benutzerkonten, Erweiterungen und weitere Auffälligkeiten.
Die ursprüngliche Sicherheitslücke muss identifiziert werden. Nur den sichtbaren Schaden zu beseitigen reicht nicht aus.
Schädliche oder veränderte Dateien werden entfernt beziehungsweise durch saubere Versionen ersetzt.
CMS, Plugins, Erweiterungen und Templates werden geprüft und auf einen aktuellen Stand gebracht.
Relevante Passwörter und Zugänge werden geändert, damit kompromittierte Zugangsdaten nicht weiter genutzt werden können.
Benutzerkonten, Inhalte und verdächtige Einträge in der Datenbank werden kontrolliert und bei Bedarf bereinigt.
Nach der Bereinigung wird die Website weiter beobachtet, damit ungewöhnliche Aktivitäten möglichst schnell auffallen.
Wie kann ich meine WordPress- oder Joomla-Website schützen?
Einen hundertprozentigen Schutz vor Angriffen gibt es nicht. Das Risiko einer erfolgreichen Kompromittierung lässt sich durch eine konsequente Wartung jedoch erheblich reduzieren.
Sicherheitsupdates zeitnah installieren
WordPress, Joomla, Plugins, Erweiterungen und Templates sollten regelmäßig auf verfügbare Updates überprüft werden.
Bei einer bekannten kritischen Sicherheitslücke sollte nicht bis zum nächsten regulären Wartungstermin gewartet werden. Das entsprechende Sicherheitsupdate sollte möglichst zeitnah installiert werden.
Nicht benötigte Plugins und Erweiterungen entfernen
Jede zusätzliche Komponente ist Software, die gepflegt werden muss und theoretisch eine weitere Angriffsfläche darstellen kann.
Nicht mehr benötigte Plugins und Erweiterungen sollten deshalb nicht nur deaktiviert, sondern vollständig entfernt werden.
Nur aktiv gepflegte Erweiterungen verwenden
Plugins und Erweiterungen sollten aus vertrauenswürdigen Quellen stammen und vom jeweiligen Entwickler weiterhin gepflegt werden.
Wird eine Erweiterung seit langer Zeit nicht mehr aktualisiert, sollte geprüft werden, ob sie noch eingesetzt werden sollte oder durch eine aktuelle Alternative ersetzt werden kann.
Regelmäßige externe Backups erstellen
Ein Backup verhindert keinen Angriff, ist aber bei der Wiederherstellung einer Website besonders wichtig.
Die Datensicherung sollte regelmäßig und automatisiert erfolgen. Idealerweise werden Backups nicht ausschließlich auf demselben Webserver gespeichert, auf dem sich auch die Website befindet.
Zwei-Faktor-Authentifizierung und sichere Passwörter verwenden
Einzigartige, starke Passwörter erschweren den unbefugten Zugriff auf Benutzerkonten. Für administrative Zugänge sollte zusätzlich eine Zwei-Faktor-Authentifizierung eingesetzt werden.
Sicherheitslösungen einsetzen
Bei WordPress können Sicherheitslösungen wie Wordfence dabei helfen, verdächtige Aktivitäten zu erkennen und bestimmte Angriffe bereits vor dem Erreichen der Website zu blockieren.
Ein Security-Plugin ersetzt allerdings weder Updates noch Backups oder eine regelmäßige technische Wartung.
Wartung ist günstiger als die Wiederherstellung einer gehackten Website
Eine moderne Website benötigt auch nach ihrer Fertigstellung regelmäßige technische Pflege.
Updates, Backups und Sicherheitskontrollen verursachen zwar laufenden Aufwand. Dieser ist jedoch in der Regel wesentlich geringer als eine aufwendige Analyse und Bereinigung nach einem erfolgreichen Angriff.
Besonders wichtig ist dabei die Reaktionszeit: Zwischen der Veröffentlichung einer kritischen Sicherheitslücke und ersten automatisierten Angriffen können unter Umständen nur kurze Zeiträume liegen.
Deshalb gehört für uns die regelmäßige technische Wartung genauso zu einer professionellen Website wie Hosting, Inhalte, Suchmaschinenoptimierung und Datenschutz.
Wir prüfen WordPress- und Joomla-Websites auf verdächtige Veränderungen, veraltete Komponenten und bekannte Sicherheitslücken und unterstützen auch bei der Wiederherstellung bereits kompromittierter Websites.
Häufige Fragen zu gehackten WordPress- und Joomla-Websites
Wie lange dauert die Wiederherstellung einer gehackten Website?
Die Wiederherstellung einer gehackten WordPress- oder Joomla-Website dauert in einfachen Fällen häufig ein bis zwei Werktage. Bei umfangreichen Manipulationen, großen Websites oder mehreren betroffenen Komponenten kann die Analyse und Bereinigung entsprechend länger dauern.
Kann ich verhindern, dass meine Website gehackt wird?
Einen hundertprozentigen Schutz vor einem Website-Hack gibt es nicht. Regelmäßige Updates, sichere Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung, externe Backups und eine kontinuierliche Überwachung können das Risiko eines erfolgreichen Angriffs jedoch deutlich reduzieren.
Welches Security-Plugin ist das beste?
Für WordPress ist Wordfence eine etablierte Möglichkeit zur zusätzlichen Absicherung einer Website. Ein Security-Plugin allein macht eine Website allerdings nicht sicher. Entscheidend sind aktuelle Software, sichere Zugänge, regelmäßige Backups und eine kontinuierliche Wartung.
Was kostet die Wiederherstellung einer gehackten Website?
Die Kosten für die Bereinigung einer gehackten Website hängen vom Umfang des Angriffs ab. Entscheidend ist unter anderem, wie viele Dateien oder Datenbankeinträge verändert wurden, welche Sicherheitslücke ausgenutzt wurde und ob ein sauberes Backup vorhanden ist. Nach einer ersten Analyse lässt sich der notwendige Aufwand besser einschätzen.
Sollte ich meine Website nach einem Hack komplett neu aufbauen?
Eine gehackte Website muss nicht automatisch komplett neu erstellt werden. Viele kompromittierte WordPress- und Joomla-Websites können vollständig bereinigt und anschließend wieder sicher betrieben werden. Bei sehr alten Installationen mit nicht mehr unterstützten Erweiterungen kann ein Neuaufbau langfristig allerdings sinnvoller sein.
Woran erkenne ich, dass meine Website gehackt wurde?
Typische Anzeichen einer gehackten Website sind unbekannte Benutzer, fremde Inhalte, unerwartete Weiterleitungen, Spam-Links oder Warnmeldungen von Google, Browser oder Hosting-Anbieter. Ein Angriff kann jedoch auch vollkommen unauffällig bleiben.
Reicht es, ein unsicheres Plugin einfach zu aktualisieren?
Solange die Sicherheitslücke noch nicht ausgenutzt wurde, kann das Update des betroffenen Plugins die Schwachstelle schließen. Wurde die Website bereits kompromittiert, muss zusätzlich geprüft werden, welche Veränderungen der Angreifer vorgenommen hat.
Kann eine gehackte Website aus einem Backup wiederhergestellt werden?
Ja, ein sauberes Backup aus der Zeit vor dem Angriff kann die Wiederherstellung erheblich vereinfachen. Vor der erneuten Veröffentlichung muss allerdings die Ursache des Angriffs gefunden und geschlossen werden. Andernfalls kann auch die wiederhergestellte Website erneut kompromittiert werden.
Warum wird meine kleine Firmenwebsite überhaupt angegriffen?
Auch kleine Websites werden angegriffen, weil viele Angriffe vollständig automatisiert ablaufen. Programme durchsuchen das Internet nach WordPress- und Joomla-Installationen mit bekannten Sicherheitslücken. Bekanntheit, Unternehmensgröße oder Besucherzahlen spielen dabei häufig keine Rolle.
Kann ich prüfen lassen, ob meine Website gehackt wurde?
Ja. Eine WordPress- oder Joomla-Website kann gezielt auf Anzeichen einer Kompromittierung untersucht werden. Dabei können unter anderem Dateien, Benutzerkonten, Datenbankeinträge, installierte Erweiterungen, Softwarestände und bekannte Sicherheitslücken überprüft werden.
Website gehackt oder unsicher, ob alle Komponenten aktuell sind?
Wenn Sie vermuten, dass Ihre WordPress- oder Joomla-Website kompromittiert wurde, sollten nicht wahllos Dateien gelöscht oder Plugins entfernt werden. Zunächst sollte der aktuelle Zustand untersucht und die Ursache gefunden werden.
Nestocom unterstützt bei der Analyse und Wiederherstellung gehackter WordPress- und Joomla-Websites sowie bei der anschließenden Absicherung und regelmäßigen Wartung.
Sie sind sich nicht sicher, ob Ihre Website betroffen ist? Sprechen Sie uns an. Wir schauen uns gemeinsam an, welche Schritte sinnvoll sind.